Der heimliche Vaterschaftstest - keine gute Idee

Manch ein Mann mag versucht sein, heimlich einen Vaterschaftstest durchzuführen: Er bekommt Gewissheit, muss aber sein Misstrauen nicht öffentlich bekennen. Doch dies ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht - und der wird in Deutschland empfindlich bestraft.

Das Gendiagnostikgesetz

Als Grundlage dient das Gendiagnostikgesetz, das im Februar 2011 in Kraft getreten ist. Der Paragraph 17 Abschnitt 3 formuliert eindeutig:

Eine genetische Untersuchung zur Klärung der Abstammung darf nur vorgenommen werden, wenn die Person, deren genetische Probe untersucht werden soll, zuvor über die Untersuchung aufgeklärt worden ist und in die Untersuchung und die Gewinnung der dafür erforderlichen genetischen Probe eingewilligt hat.

Und etwas später:

Bei einer Person, die nicht in der Lage ist, Wesen, Bedeutung und Tragweite der genetischen Untersuchung zu erkennen und ihren Willen hiernach auszurichten, darf eine genetische Untersuchung zur Klärung der Abstammung vorgenommen werden, wenn (...) der Vertreter der Person zuvor über die Untersuchung aufgeklärt worden ist und dieser in die Untersuchung und die Gewinnung der dafür erforderlichen genetischen Probe eingewilligt hat.

Hohes Bußgeld

Ein Vaterschaftstest kann also nur durchgeführt werden, wenn das Kind volljährig ist und selber zustimmt oder die Mutter (sofern sie sorgeberechtigt ist) einer Untersuchung des minderjährigen Kindes zustimmt. Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit, und das Bußgeld ist hoch: Bis zu 5 000 Euro kann ein heimlicher Vaterschaftstest kosten.

Alle Anbieter in Deutschland müssen sich ebenfalls nach dem Gendiagnostikgesetz richten. Führen sie einen heimlichen Vaterschaftstest durch, müssen sie ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro fürchten. Daher wird kein deutscher Anbieter einen Auftrag annehmen, wenn nicht die Einverständniserklärung aller Beteiligten vorliegt.

Wer einfach die Unterschriften auf der Einverständniserklärung fälscht, macht alles noch schlimmer. War der heimliche Test nur eine Ordnungswidrigkeit, ist die Manipulation der Unterschriften eine Urkundenfälschung - und somit eine Straftat. Die Bestrafung wird noch deutlich schärfer ausfallen.

Test im Ausland

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, den Test im Ausland zu machen. Einige Labore in Österreich, Holland und Belgien werben damit, dass heimliche Vaterschaftstest von ihrer nationalen Gesetzgebung toleriert werden. Die Labore müssen daher keine Strafe fürchten - für ihre deutsche Kunden gilt das aber nicht!

Jede Person, die aus Deutschland stammt oder dort ansässig ist, unterliegt dem deutschen Recht. Es ist unerheblich, in welchem Land der heimliche Vaterschaftstest letztlich durchgeführt wurde - der Auftraggeber macht sich strafbar.

Damit ist auch klar, dass ein heimlicher Vaterschaftstest von deutschen Gerichten nicht anerkannt wird. Der Auftraggeber muss stattdessen mit einer Anklage und der Verhängung eines Bußgeldes rechnen. Wer also nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen möchte, sollte den Test bei einem seriösen deutschen Anbieter durchführen lassen.