Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Ein Vaterschaftstest ist schon ab 149 Euro zu haben - kann aber auch ein Vielfaches davon kosten. Es gibt teure und günstige Anbieter, aber auch die eigenen Ansprüche beeinflussen den Preis: Wie viele Personen sollen teilnehmen, wie hoch soll die Sicherheit sein, soll der Test vor Gericht bestehen...

Ablauf eines Vaterschaftstests

1. Wie viele Personen sollen getestet werden?

Minimum sind offenkundig zwei Personen: der Vater und das Kind. Dies reicht in der Regel aus, um eine Vaterschaft mit ausreichender Sicherheit nachzuweisen. Derartige Tests sind ab etwa 150 Euro zu haben.

Besser ist es jedoch, wenn auch die Mutter daran teilnimmt - das erhöht die Sicherheit beträchtlich. Und falls der Test auch vor Gericht Bestand haben soll, ist dies sogar zwingend notwendig. Vaterschaftstests für drei Personen kosten bei günstigen Anbieter etwa 240 Euro.

In manchen Fällen müssen aber mehr als drei Personen getestet werden - andere mögliche Väter oder weitere Kinder etwa. Die Kosten für jede weitere Person werden dann auf den Grundpreis aufgeschlagen: Mit einem Minimum von 80 Euro sollte man rechnen.

2. Wie hoch ist die gewünschte Sicherheit?

99,9 % Wahrscheinlichkeit ist der Mindestwert, bei dem eine Vaterschaft vor Gericht als bewiesen gilt. Alle verfügbaren Tests werden diese Marke erreichen, und oft genügt es, dafür 15 DNA-Marker zu untersuchen.

Wer es genauer wissen möchte, kann die Analyse von zusätzlichen DNA-Markern in Auftrag geben. Manche bieten die Analyse von 31, andere sogar von 47 DNA-Markern an. Im Optimalfall sind damit Genauigkeiten mehr als 99,9999 % erreichbar. Die Kosten liegen dann etwa zwischen 300 und 450 Euro.

Allerdings lässt sich nicht vorhersagen, wie hoch die Sicherheit des Vater­schafts­tests am Ende sein wird - dazu spielen zu viele individuelle Faktoren mit herein.

3. Wie schnell sollen die Ergebnisse vorliegen?

Fast alle Labore erledigen einen Vaterschaftstest in 8-10 Werktagen, manche sind sogar etwas schneller. Wer großen Zeitdruck hat, kann bei einigen Anbietern eine Expressbearbeitung anfordern: Die Zeit reduziert sich dann auf wenige Tage, manchmal reicht sogar eine einzige Nacht. Die Kosten werden auf den Grundpreis aufgeschlagen und dafür liegen zwischen 100 und 500 Euro.

4. Wo erfolgt die Abnahme der Proben?

Das deutsche Gesetz verlangt, dass Gewebeproben für einen Vaterschaftstest von einem unabhängigen Sachverständigen abgenommen werden. Laut Vergütungs­verordnung kann er dafür 25 Euro verlangen.

In manchen Jugendämter kann dies allerdings in Einzelfällen kostenlos erfolgen - eine kurze Nachfrage lohnt sich. Ärzte stellen für eine Probennahme eventuell eine Privatrechnung aus, die Kosten sollte man bei seinem Arzt erfragen.

Fast alle Labore, die Vaterschaftstests anbieten, nehmen die Proben auch selber ab. Die Kosten schwanken zwischen etwa 40 und 80 Euro. Voraussetzung ist natürlich, dass das Labor vor Ort ist. Allerdings stellen manche Anbieter auch Adressen von Vertragspartnern zur Verfügung.

5. Soll der Vaterschaftstest vor Gericht Bestand haben?

Alle Tests bei deutschen akkreditierten Anbietern erfüllen die Voraussetzungen, um vor Gericht als Beweis verwendet zu werden. Doch manche Anbieter scheuen die lästige Papierarbeit und liefern den Vaterschaftstest nur mit einem Kurzgutachten aus. In diesen Fällen kann das Verfassen einer vollständigen, gerichtsverwertbaren Dokumentation 50 bis 270 Euro zusätzlich kosten.