Wie läuft ein Vaterschaftstest ab?

Ein Vaterschaftstest ist einfach und schnell durchgeführt. Zahlreiche Anbieter halten Testkits bereit, und der Hausarzt bietet sich als Probennehmer an. Die Wartezeit ist kurz: Meist wird man das Ergebnis innerhalb von zwei Wochen in den Händen halten.

Ablauf eines Vaterschaftstests

1. Testkit anfordern

Die erste Handlung besteht darin, einen Testkit zu besorgen. Diesen erhält man in der Apotheke, über das Internet oder direkt beim Hersteller. Meist ist der Kit kostenlos, erst bei Durch­führung des Vaterschafts­tests werden die entsprechenden Kosten fällig.

Der Kit enthält nur wenige Komponenten: Es finden sich Wattestäbchen, mit denen die Innenseite der Wangen ausgekratzt werden, und Behälter, in der diese Proben gesammelt werden. Und natürlich einen Umschlag, mit dem die Proben per Post zurückgesendet werden.

2. Zeugen berufen

Ein Vaterschaftstest ist nur dann vor dem Gericht gültig, wenn ein unabhängiger Zeuge die Proben entnimmt. Dieser muss bestätigen, dass die Proben wirklich von den beteiligten Personen stammen. Das soll Betrug verhindern - potentielle Väter könnten sonst Proben von unbeteiligten Personen einsenden.

Als Probenehmer kommt nicht jeder in Frage: Laut Gesetz sind dies Ärzte und Mitarbeiter von Jugend- und Gesundheitsämtern. Falls das durchführende Labor gut zu erreichen ist, kann man die Proben auch dort abnehmen lassen.

3. Proben abnehmen

Ein Vaterschaftstest kommt mit sehr kleinen Gewebeproben aus: In der Regel reicht es, die Innenseite der Wangen mit einem Wattestäbchen abzuschaben. Falls gewünscht, kann der Hausarzt natürlich auch Blutproben abnehmen.

In sehr schwierigen Fällen können auch andere Proben analysiert werden: Haare, Gewebeteile, sogar gebrauchte Gebisse. Das ist aber meist nur nötig, wenn einer der Betroffenen nicht auffindbar oder verstorben ist.

4. Einverständnis dokumentieren

Ganz wichtig: Alle beteiligten Personen müssen ihr Einverständnis erklären (Vordrucke hält der Anbieter bereit). Bei einem unmündigen Kind muss das in der Regel die Mutter machen. Ein erwachsenes Kind kann natürlich seine Einwilligung selber geben.

Ohne die Einverständniserklärung darf der Vaterschaftstest nicht durchgeführt werden. Sonst drohen empfindliche Strafen: Der Vater muss mit bis zu 5000 Euro rechnen, für das beteiligte Labor können es sogar 50 000 Euro werden.

5. Proben absenden

Wenn alles soweit zusammen ist, muss der Probenehmer den Testkit an das ausführende Labor senden. An diesem Punkt wird auch die Bezahlung fällig. Damit alle Betroffenen ihre aktiven Pflichten erfüllt und können auf das Ergebnis warten.

Das Labor wird derweil aus den Proben das Erbgut aufarbeiten und bestimmte Teile davon analysieren. Dann folgt noch eine komplizierte statistische Analyse, die heute meist mit speziellen Computerprogrammen durchgeführt wird.

6. Ergebnis

Nach ein bis zwei Wochen ist das Ergebnis fertig und wird über den Postweg zugestellt. Der Brief enthält einen statistischen Wert, der aussagt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die betreffende Person der Vater des Kindes ist. Überraschungen sind dabei eher selten: In dem Großteil der Fälle bestätigt der Vaterschaftstest die Ausgangs-Vermutung.

Ist der Wert größer als 99.9 %, gilt die Vaterschaft als bewiesen. Definitiv ist das Ergebnis, wenn die Vaterschaft ausgeschlossen werden kann. So oder so - der Test kann vor Gericht als Beweis vorgebracht werden.